Körpergedächtnis |

Depression und Todessehnsucht, das fühlte Heike Gattner jahrzehntelang. Psychoanalyse und Gestalttherapie haben geholfen, aber sie nicht wirklich von den Symptomen befreit. Dann hörte sie von Somatic Experiencing, einer Methode, die sich der Regulationsstörung des autonomen Nervensystems annimmt, das durch Trauma aus dem Gleichgewicht gerät. Ihr Trauma war es, einen Abtreibungsversuch überlebt zu haben. Gattner nahm Sitzungen und spürte schnell eine Erleichterung. Dann machte sie die Ausbildung. Heute unterrichtet sie Somatic Experiecing. 

Dieses Interview von 24 Minuten schildert aber nicht nur Gattners persönlichen Werdegang, sondern erklärt auch in aller Kürze, wie und warum Somatic Experiencing eine hoch effektive Methode ist, gerade wenn Menschen unter Regulationsstörungen leiden, d.h. wenn sie Stress empfinden, obwohl es nicht notwendig wäre, und sich selbst nicht beruhigen können. Diese Menschen kreieren oft Stress in ihrem Leben – nehmen viel Arbeit an, erzeugen sich Leistungsdruck, machen viele Baustellen gleichzeitig auf -, um durch ihr Agieren im Außen diesen Stress sich selbst erklären zu können. Burn-out und Depression oder Herzinfarkte sind oft die einzige Handbremse. 

Somatic Experiencing erlaubt dem Klienten, angefangene Kampf- und Fluchtimpulse zu vervollständigen, wodurch die gehaltende "Stress-Energie" den Körper verlassen kann. Ruhe stellt sich ein. 

Und hier geht es zum Interview: "Körpergedächtnis", von Hedwig Gafga, SWR2, vom 13.4.17

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