Irvin Yalom |

Ich hatte bislang erst ein Werk von Irvin Yalom gelesen, und das hat mich wenig begeistert. Seine Existenzielle Psychotherapie ist mir zu kurz gedacht. Mein Urteil: Er ist ein alter Mann und kennt halt die neuere Hirnforschung nicht. Dann fiel mir „Denn alles ist vergänglich“ buchstäblich in die Hände, und ich habe es ratzfatz verschlugen. Es gefällt mir, wie Yalom mit Menschen umgeht, ich mag seine Offenheit in der Therapie, dass er mit Wahrheit und Herz dabei ist, anstatt Distanz zu halten und so zu tun, als hätte das alles gar nichts mit ihm zu tun. Ich schätze, wie er sich selbst reflektiert, auch wenn das hier und dort sehr narzisstische Züge annimmt. Aber gerne hätte ich gerne mehr von ihm und seinem eigenen Prozess erfahren. Er hätte in seinen Geschichten als Mensch auftauchen dürfen und nicht nur als Psychotherapeut – das fängt schon damit an, dass er sein Buch in Kapitel mit den Prozessen der jeweiligen Klienten unterteilt. Und nicht zuletzt kommt mir die Komplexität von Menschen zu kurz. Andersrum gesagt: Seine "Lösungen" sind mir zu einfach. Dennoch ein guter Grund, seine anderen Werke auf meine Liste an den Weihnachtsmann zu setzen.

"Denn alles ist vergänglich"

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