Manuka - der neuseeländische Teebaum

Bereits die Maori erkannten und nutzten die starke Heilkraft des neuseeländischen Manukaöls. James Cook brachte von seinen Forschungsreisen Berichte über die zahlreichen und vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten nach Europa mit. Die ausgeprägte Wirksamkeit und die gute Verträglichkeit dieses Öls wird in der Naturheilkunde heutzutage mehr denn je geschätzt.

Stephan Konrad Niederwieser stellt anschaulich die Verwendung der Manukapflanze und des -öls in der Maorikultur dar und erläutert Zusammensetzung und Wirkungsweisen.

Dieses Praxisbuch vermittelt zahlreiche Informationen über die Anwendungsmöglichkeiten von Manukaöl zur Steigerung des Wohlbefindens und zur Behandlung von weit verbreiteten Beschwerden, Allergien und Krankheiten. Einen Schwerpunkt legt der Autor auf die Massage mit Manukaöl, durch die man eine grundlegende Verbindung zwischen Körper und Psyche herstellen kann.

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Leseprobe

Manuka – der neuseeländische Teebaum

Anwendungsmöglichkeiten zur Steigerung 
des Wohlbefindens und zur 
Behandlung weit verbreiteter Beschwerden

Sind die heilenden Substanzen des neuseeländischen Teebaums wirksamer als die des australischen?, fragen Sie. Man muss zunächst einmal wissen, dass der Manuka (botanischer Name Leptospermum scorparium) mit dem bekannteren Teebaum (Melaleuca alternifolia) nur seinen Namensgeber, den englischen Pazifikforscher Kapitän Cook, gemeinsam hat. Dieser beobachtete die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, beim Überbrühen der Blätter dieser Pflanze und machte es ihnen nach. Cook schrieb in sein Tagebuch: »Die Blätter brühten wir zu Tee auf, der einen bitteren, angenehmen Geschmack hat.« Dass er keinen Teestrauch, sondern Manuka, eine der wichtigsten Heilpflanzen jener Kultur, entdeckt hatte, fand er erst heraus, als Forscher lernten, sich mit den Maori zu verständigen.

Das ätherische Manukaöl ist dem Teebaumöl in einigen Bereichen sogar überlegen, wie man der Analyse von Dr. Rita Mohr-Lüllmann am Institut für pharmazeutische Analytik, Bremen, entnehmen kann. Abgesehen davon ist Manuka das einzige ätherische Öl, das einen hohen Prozentsatz an Triketonen enthält, ein Wirkstoff, der vor allem bei Pilzinfektionen unschlagbar ist. Zudem unterstützt Triketon die Regeneration geschädigter Schleimhäute, fördert die Narbenbildung, regt das zentrale Nervensystem an und steigert die Hirnaktivität und die Konzentrationsfähigkeit.

Gleichzeitig enthält Manukaöl extrem wenig von der sehr umstrittenen Komponente 1,8-Cineol. Manche Hautärzte führen die Hautreizungen und allergischen Reaktionen, die Teebaumöl bei Anwendern auslösen kann, auf diesen Bestandteil zurück. Schließlich duftet Manukaöl wunderbar nach frischem Gras und ist im Gegensatz zum Teebaum eine wahre Wohltat für die Nase.

Manuka – ein Wort, das auf der Zunge zergeht. Es klingt schon fast wie eine Beschwörung. Und seine Wirkungsweisen mögen tatsächlich wie Zauber anmuten, blättert man durch den umfangreichen Anwenderteil. Tatsächlich haben die Ureinwohner Neuseelands den Manukastrauch erfolgreich gegen unzählige »Verstimmungen« eingesetzt. (Dieses Naturvolk kennt den Begriff Krankheit nicht, Unwohlsein wird auf eine Verstimmung der allem immanenten Geister zurückgeführt.) Inzwischen belegen empirische und wissenschaftliche Forschungen die vielfältigen Wirkungen dieses »Zaubermittels«. Allein der Manukahonig, so eine neuseeländische Studie, vermag im Reagenzglas den Verursacher von Magengeschwüren, den Helicobacter pylori, abzutöten, und das noch in 54facher Verdünnung. Kein Antibiotikum kann einen vergleichbaren Erfolg aufweisen. Dennoch sei eines gleich vorweg gesagt: Manuka ist kein Allheilmittel. Wir haben in diesem Buch unsere Erfahrungen zusammengefasst und die Anwendungen der Maori studiert. Die Rezepte und Empfehlungen können den Besuch beim Arzt, Homöopathen oder Heilpraktiker im Krankheitsfall keineswegs ersetzen.

Wir beginnen mit einem kleinen Ausflug in das Leben, das Denken und die Heilvorstellungen der Maori, jener Menschen, die mit diesem Baum gelebt haben und die sich dessen »Familie« zugehörig fühlen. Denn sie kennen ihn und seine Wirkung wie sonst niemand. Das wird Ihnen einerseits ein wenig Hintergrund und Farbe vermitteln, Sie andererseits die Heilpflanze in einer Art verstehen lassen, die Sie Ihr eigenes Gespür entwickeln lässt und von unseren Rezepten unabhängig macht. Übrigens: Wenn wir in den späteren Kapiteln über die Maori schreiben, beziehen wir uns ausschließlich auf jene, die noch traditionell leben.

Da die Körperarbeit für die neuseeländischen Ureinwohner mindestens genauso wichtig ist wie der Einsatz von Heilmitteln, haben wir den Maori buchstäblich auf die Finger geguckt und ein Kapitel über Massage eingefügt. Sie unterstützt und intensiviert die Heilwirkung von Manuka und ist gleichzeitig ein hervorragender und angenehmer Weg, unseren Körper mit dem Öl in Kontakt zu bringen.

Aber nun viel Spaß beim Lesen. Wir entlassen Sie mit einem Sprichwort der Maori, das den Zweck dieses Buches nicht besser beschreiben könnte:

»Na te Pö tippi täua. Na te Pö rea täua.«

(Du und ich gehören zur Nacht des Wachstums. Du und ich gehören zur Nacht der Entwicklung.)

 

Te Maori: ein Volk der Geister, Mythen und lebenden Bäume

»Rärangi maunga tïï te ao, tïï te pö; rärangi tangata ka ngaro, ka ngaro«

(Gebirgszüge bleiben Jahr um Jahr, aber ein ganzes Volk geht verloren, verloren.)

Altes Sprichwort der Maori

Neuseeland ist ein Land von unglaublicher Schönheit. Vulkane, Geysire, heiße Quellen, raue Küsten und endlose Weiten saftiggrüner Weidelandschaft prägen sein Erscheinungsbild. Es wird angenommen, dass dieser Kontinent am anderen Ende der Welt aus einem Superkontinent entstand, den Forscher Gondwanaland nennen.

Nachdem große Landmassen im Meer versanken, entwickelte sich hier über einen Zeitraum von Millionen von Jahren eine einzigartige Flora und Fauna. Über 80 Prozent der dort heimischen Pflanzen findet man an keinem anderen Ort auf der Erde. Zwei Bäume zählen zu den ältesten Pflanzen überhaupt: der Puka und der Kauri. Letzterer kann 2000 Jahre alt werden und ist nach dem Sequoia der zweithöchste Baum der Welt. Hier wächst auch der Manukabaum, dessen Blätter ein ätherisches Öl mit fantastischen Heilmitteln in sich tragen.

Bevor die ersten Menschen an Neuseelands Küsten landeten, gab es auf den abgelegenen Inseln – der nächste Nachbar, Australien, liegt fast 2.000 Kilometer entfernt – nur Vögel, Eidechsen, Frösche, zwei Arten von Fledermäusen und ein paar sonderbare, flugunfähige Vögel. In den Wäldern findet man noch heute den Kiwi, den Kakapo und den Takatre. Der Tuatara ist ein einzigartiges Reptil und Überbleibsel aus der Zeit der Dinosaurier. Erst die Maori brachten Hunde und Ratten, die Europäer später Wild, Ziegen, Hasen, Opossum und andere Tiere in »Gottes eigenes Land«, wie die Neuseeländer ihre Heimat liebevoll nennen.

Neuseeland besteht aus zwei Inseln und ist mit insgesamt 270.000 Quadratkilometern gerade mal etwas größer als England (244.000 Quadratkilometer). Die Nordinsel ist subtropisch, auf ihr gibt es keinen Winter. Kauriwälder, Vulkane und Schlammlöcher, aber auch grüne, hügelige Landschaften beherrschen das Bild. An der Südinsel gibt es schöne Strände, die Fjorde des Südwestens sind voller ruhiger, fischreicher Seen, umrahmt von schneebedeckten Bergen und endlos scheinenden Gletschern.

Den ersten europäischen Namen bekam der fünfte Kontinent von den Holländern Abel Tasman und Gerrit Janszoon bereits Mitte des 17. Jahrhunderts: Staten Landt. Später wurde die damals holländische Provinz in Niuew Zeeland umbenannt. Zierliche viktorianische Häuschen sind Zeitzeugen der britischen Kolonialzeit, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann. Wolkenkratzer, Bürokomplexe und breite Straßenzüge präsentieren sich heute in den Großstädten. Dicke, braune Dunstwolken hängen über Auckland. Das ehemalige Paradies hat den Anschluss an die Neuzeit nicht verpasst.

Die ersten Bewohner

In Überlieferungen heißt es, dass die legendären Forschungsreisenden Toi und Watanga Neuseeland um 1125 nach Christus entdeckt haben und die ersten Polynesier von Hawaiki dorthin brachten. Hawaiki ist die mystische Heimat der Polynesier. Archäologen gehen allerdings davon aus, dass Neuseeland schon sehr viel eher besiedelt wurde, nämlich bereits um ca. 700 nach Christus.

Polynesische Kanureisende entdeckten das unbewohnte Land auf einer ausgedehnten Reise und siedelten sich dort an. Polynesien (zu deutsch: viele Inseln) ist der größte Kulturkreis des Pazifiks. Das sogenannte Polynesische Dreieck umschließt Hawaii im Norden, die Osterinsel im Süden und Neuseeland im Südwesten. Samoa, Tonga, Tahiti und die Phoenixinseln sind Teile dieses riesigen Gebietes. Die Polynesier bauten sehr schnelle und stabile Kanus, navigierten ohne Messgeräte und orientierten sich an den Sternen, an der Sonne, an den Vögeln sowie bestimmten Wellenmustern und Wolkenformationen. Diese außerordentlichen Fähigkeiten brachten sie in das unentdeckte Neuseeland mit.

Dieses Urvolk, die Lapita, besiedelte schon seit mehreren tausend Jahren die südliche Halbkugel. Bereits ca. 5000 vor Christus legten sie in Vietnam an, erreichten schließlich Taiwan und bevölkerten Malaysia und die Philippinen. In den folgenden Jahrtausenden erschlossen sie sich die Küsten Melanesiens (zu deutsch: schwarze Inseln): Neuguinea, den Bismarck-Archipel, die Neuen Hebriden, Neulcaledonien und die Fidschiinseln. Sie legten Handelsplätze an und kultivierten wichtige Pflanzen, unter anderem die Tarokartoffel, die Süßkartoffel und die Kokosnuss. Alle drei Nahrungsmittel spielten in der späteren Entwicklung der Maorikultur eine Rolle.

Die frühen Bewohner Neuseelands werden Moajäger genannt, weil sie Moas jagten, riesige dinosaurierartige Vögel, die inzwischen ausgestorben sind. Erst ab ca. 1300 nach Christus entwickelte sich die Maorikultur.

Dorfleben und Ernährung

Die Maori nennen Neuseeland Aotearoa, das Land der langen, weißen Wolke. Dieser Name weist bereits darauf hin, wie stark dieses Volk mit der Natur verbunden ist.

Im Vergleich zum restlichen Polynesien ist das Klima eher rau, ähnlich unseren Breitengraden, nur mit entgegengesetzten Jahreszeiten. Die Vegetation ist jedoch ganz anders. Dass die Maori trotzdem in Neuseeland blieben und sich zurechtfanden, beweist ihre Flexibilität und Widerstandskraft. Zuerst bauten sie Dörfer entlang der Küsten. Sie wohnten in circa 50 Stämmen und Unterstämmen zusammen, bekämpften einander, selbst Kannibalismus war den frühen Bewohnern dieser Insel nicht fremd. Noch heute zeugen rituelle Tänze und Zeremonien von ihrem kriegerischen Geist.

Kokosnüsse und Brotfrüchte, die mitgebrachten essbaren Pflanzen, gediehen jedoch nicht. Die erste Herausforderung war deshalb, genießbare Beeren, Wurzeln und Tiere zu finden. In jahrhundertelanger Arbeit entwickelten die Maori Werkzeuge und Ackermethoden, und schließlich gelang die erste winterharte Ernte. Die späteren Maori waren mehr oder weniger Vegetarier und lebten von gartenartigem Ackerbau. Süßkartoffeln (Kumara) und Farnwurzeln (Aruhe) bildeten ihre Grundnahrungsmittel, dazu aßen sie manchmal Fisch und Vögel. Berichten zufolge waren sie entsetzt, als die Europäer Schweine, Schafe und Rinder auf ihre Insel brachten und den Einwohnern zeigten, wie man diese ihnen völlig fremden Tiere schlachtet und zu Nahrung verarbeitet.

Die eher harten Lebensbedingungen zwangen die Maori, sich eingehend mit ihrer Umgebung vertraut zu machen. So wussten sie bald alles über die Insel und ihre Naturschätze. Sie gaben Hunderten von Vögeln und Pflanzen Namen. Sie lernten mit Steinen, Knochen, Holz, aber auch mit Salz- und Süßwasser zu arbeiten und erfanden raffinierte Kochmethoden, um Beeren und andere Pflanzenteile essbar und haltbar zu machen. Darüber hinaus entwickelten sie detaillierte Heilmethoden und eine immense Heilpflanzenapotheke.

Gesellschaftssystem

Die Maorikultur war keineswegs einheitlich. Unterschiede gab es von Region zu Region und von Stamm zu Stamm. Die meisten Maori lebten in Sippen zusammen: Großeltern, Eltern, Kinder, Onkel, Tanten und andere Verwandten wohnten in Hütten zusammen. Die Sippe bildete die kleinste soziale Einheit, nicht nur ökonomisch gesehen, sondern auch für zeremonielle und kriegerische Belange. Die eigenen Vorfahren wurden verehrt. Die Stammesältesten konnten mehr als 20 Genealogien (Generationen von Ahnen) rezitieren.

Den Maori wird nachgesagt, ihre Kultur sei die erste sexuell freie gewesen. Keuschheit wurde abgelehnt, vor- und außerehelicher Geschlechtsverkehr stellten kein Tabu dar. Trotzdem lebten die meisten Paare monogam. Polygamie fand man vor allem in der »Aristokratie«.

Die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau unterlag strengen Regeln, deren Einhaltung überwacht wurde. Männer fällten Bäume, pflügten die Felder und fischten auf dem offenen Meer. Frauen pflanzten die Saat, bauten Kanus und kochten. Sie durften nur in kleinen Seen fischen, das offene Meer barg zu viele Gefahren.

Auch im Gesellschaftsgefüge der Maori regelten solche Vorgaben das Zusammenleben. Es gab Aristokraten, Gemeine und Sklaven, die letzte Gruppe bestand hauptsächlich aus Kriegsgefangenen. Rang und Position des einzelnen innerhalb des Stammes wurden vererbt.

Glaube und Religion

Die Gesellschaftsstruktur spiegelt sich auch in ihren spirituellen Anschauungen wider. In der Religion unterschieden sie streng zwischen zahlreichen Haupt- und Nebengöttern, Geistern und Dämonen. Grundlage ihrer Naturreligion war der Glaube, dass alles Sein von einer Lebensenergie, genannt mauri, durchflossen ist – ähnlich dem Chi (Qi) der Chinesen. Danach besaß nicht nur der Mensch eine Seele, sondern auch Pflanzen, Tiere und Steine. Deshalb wurden natürliche Phänomene personifiziert. Tine, der Oberste, war der Vater der Bäume, Vögel und aller Bewohner der Wälder, Schutzpatron der Handwerker und Holzschnitzer, Schöpfer von Mann und Frau. Daran wird erkennbar, welch hohen Stellenwert das Holz und somit auch Manuka einnahm.

Ebenfalls eine zentrale Rolle spielte der Kontrast zwischen Himmel und Erde. Er repräsentierte die ewige Gegensätzlichkeit: männlich und weiblich, Leben und Tod, geistig und weltlich. Die in geistigen Sphären wirkenden Götter brauchten für ihre Existenz den Menschen als weltlichen Gegenspieler. Diese Antippoden waren die Quelle des Lebens.

Es war die Aufgabe der tohungas (Priester), die ihre spirituellen, übernatürlichen Kräfte (mana) mittels Erbrecht erhielten, die Götter positiv zu stimmen. Sie beteten, sangen heilige Lieder und veranstalteten geheime Zeremonien; sie verliehen den Speeren der Krieger und Jäger magische Kräfte und heilten Krankheiten, indem sie mit den Geistern kommunizierten.

Diese Naturreligion brauchte keine imposanten Tempel oder Gebetshäuser, die Maori schnitzten auch keine Statuen von Göttern. Sie beschäftigten sich vielmehr mit mauri, der Lebensenergie. Sie verzierten Hütten, Gemeindehäuser und Kanus mit wirbelnden Spiralen und Formen, welche Pflanzen, Wasser und Wolken symbolisierten, und sprachen tapus (alles Heilige, das von den Göttern kommt) über ihre Hütten oder einzelne Personen aus.

Europäischer Kontakt

Am 13. Dezember 1642 kamen die ersten Eindringlinge auf die Insel. Holländische Seeleute hatten Neuseeland entdeckt, wurden aber von den kriegerischen Maori verjagt. So blieb dieser Kontinent relativ unbekannt, bis Kapitän James Cook im Jahre 1769 dort mit dem Auftrag an Land ging, die Inseln für die britische Krone in Besitz zu nehmen. Er erforschte das Land sehr sorgfältig und erstellte die erste Landkarte. Es gelang ihm nach einiger Zeit, das Vertrauen der Ureinwohner zu gewinnen und Neuseeland für England und den Rest der Welt zu öffnen.

Seine zwei folgenden Forschungsreisen (1772 und 1778) brachten Handel und Gewerbe auf den Kontinent. Kartoffeln, Schweine und Werkzeuge wurden in das Leben der Maori aufgenommen, ihr bisheriges Dorfleben änderte sich von Grund auf, es wurde »modernisiert«. Holzhändler, Wal- und Robbenjäger kamen in das Land und Missionare führten das Christentum und die Methoden einer fortschrittlichen Landwirtschaft ein.

Mit dem Vertrag von Waitangi (1840) überschrieben die Maori den Briten die Landeshoheit. Dafür sollte es ihr Eigentum bleiben. Trotzdem waren Streitigkeiten nicht zu vermeiden, die sich in sogenannten Verdrängungskriegen entluden, weil die Engländer immer mehr Land von den Maori »kaufen« wollten, diese sich aber (vergeblich) weigerten. 1907 wurde Neuseeland zur selbstregierten Provinz des Britischen Reiches und 1947 unabhängiges Mitglied des Commonwealth of Nations.

Zwischen 100.000 und 250.000 Maori lebten auf Neuseeland, als James Cook die Insel erreichte. Mit der Zivilisation kamen auch deren negativen Begleiterscheinungen, die Infektionskrankheiten in dieses Land: Masern, Grippe, Pocken, Keuchhusten und Geschlechtskrankheiten. Etwa ein Viertel der Eingeborenen verlor dadurch das Leben. Heute besteht die neuseeländische Bevölkerung nur noch zu etwa neun Prozent aus Maori. Ihre Kultur ist bedroht, die Sprache gerät immer mehr in Vergessenheit. Die Maori selbst werden zwar zum Teil integriert, aber auch ignoriert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Nur ein verschwindend geringer Anteil der Jugend hat noch das Bewusstsein oder ein Interesse für die Vielfältigkeit der eigenen Kultur. Das gilt leider auch für die Geheimnisse ihrer Heilkunde und Manuka …

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