Das Immunsystem stärken

Das Immunsystem erfüllt wichtige Funktionen und Aufgaben für unsere Gesundheit. Störungen und Schwäche führen zu Krankheiten und unter Umständen zu autoaggressiven Reaktionen des Organismus. Fünf ausgewählte Heilmittel haben sich besonders dabei bewährt, diesen Folgen entgegenzuwirken: Ginseng, Lapacho, Propolis, Teebaum und Schwarzkümmel.

Stephan Niederwieser beschreibt anschaulich die Wirkungsweisen dieser Heilmittel – sowohl bei der präventiven Einnahme als auch bei der Behandlung akuter und chronischer Krankheiten. Er erläutert die geschichtlichen Hintergründe, beschreibt die verschiedenen Verfahren zur Gewinnung der Heilsubstanzen und gibt eine Übersicht über die verschiedenen Formen, in denen die Produkte im Handel erhältlich sind. Dieses Buch informiert Sie daher über vielzählige Möglichkeiten, wie Sie Ihr Immunsystem stärken und damit unempfindlicher gegenüber Krankheitserregern werden können.

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Leseprobe

Das Immunsystem stärken

- mit den natürlich Heilmitteln Ginseng, Lapacho, Propolis, Teebaum und Schwarzkümmel

Schweinepest, Rinderwahn, Ebola: Die Medien überfluten uns regelrecht mit Horrormeldungen über aggressive Erreger. So berichtete die »BILD«-Zeitung im Februar 1998 von einer »Medizin-Katastrophe«. Multiresistente, das heißt gegen Antibiotika gefeite Bakterien, seien zum ersten Mal aus Kliniken entwichen. Die Rede war von Staphylococcus aureus, einer Bakterie, die jeder zweite im Atemtrakt oder auf der Haut trägt.

Dr. Ingo Sobottka, Mikrobiologe an der Universitätsklinik Hamburg, führte dazu aus, dass in Deutschland diese Multiresistenz bisher bei zehn Prozent aller Erkrankungen beobachtet worden ist, in Japan schon bei 60 Prozent, in den USA bei 30 bis 50 Prozent.

Eine isländische Studie an Kindern bewies, dass der großzügige Gebrauch von Antibiotika Ursache für diese Entwicklung ist. Schon 1988 fand man auf der Insel die ersten penicillinresistenten Pneumokokken (Erreger von Lungenentzündung), bereits fünf Jahre später reagierte jeder fünfte Erregerstamm darauf unempfindlich. Inzwischen sprechen sie auch auf andere Antibiotika wie Erythromycin, Tetracyclin und Sulfonamide nicht mehr an.

»Wir stehen an der Grenze zu einem medizinischen Desaster!«, gesteht Alexander Tomasz, Mikrobiologe an der New Yorker Rockefeller-Universität. Die Schulmedizin ist ratlos, der einzelne Patient bleibt auf sich allein gestellt.

Wie kann ich mich schützen? Dieser Frage wollen wir mit einer Gegenfrage begegnen: Warum erkranken wir nicht, obwohl wir ständig mit Erregern in Kontakt kommen und sie auf der Haut oder in unserem Körper tragen? Wie kommt es, dass Menschen Patienten mit infektiösen Krankheiten pflegen und selbst gesund bleiben, wie zum Beispiel Mutter Teresa, die sich um Leprakranke kümmerte? Wieso infizieren sich Lebenspartner von HIV-Positiven trotz sexuellem und anderem Körperkontakt nicht? Die Antwort darauf ist denkbar einfach:

Ein gesundes und starkes Immunsystem schützt vor Infektionen und kann sich im Falle einer Erkrankung besser zur Wehr setzen.

Deshalb beschäftigen wir uns in diesem Buch mit dem Abwehrsystem, erklären ausführlich, wie es funktioniert und welche Faktoren es beeinflussen. So können Sie zum einen schwächende Einflüsse ausschalten, zum anderen stärkende Maßnahmen ergreifen.

Da es Hunderte von Heilmitteln, Methoden und Techniken gibt, die das Immunsystem stärken, würde es den Rahmen eines Buches sprengen, Sie auch nur mit den notwendigsten Informationen über alle diese zu versorgen. So beschränken wir uns auf jene fünf, die dem Suchenden in den Medien und Geschäften als Allheilmittel oder gar als Wundermittel präsentiert werden: Propolis, Ginseng, Schwarzkümmel, Teebaum und Lapacho.

Packungsbeilagen versprechen die Abwehr von Bakterien, Viren und Pilzen, sie verheißen die Heilung vieler Leiden und natürlich die Stärkung des Immunsystems. Aber was vermögen die einzelnen Heilmittel wirklich? Und welches ist das richtige für Sie? Mit diesem Buch wollen wir Ihnen helfen, diese Fragen zu beantworten. Darüber hinaus finden Sie weitere Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Immunsystem auch ohne Medikamente stärken können. Zudem erfahren Sie, warum bereits die Entscheidung, dieses Buch zu erwerben und Ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen, ein erster Schritt war, Ihr Immunsystem wieder auf Vordermann zu bringen!

Viel Spaß dabei.

Funktion, Wirkung und Regelsysteme unserer Abwehr

Wozu brauchen wir überhaupt ein Immunsystem? Vielleicht erscheint Ihnen diese Frage lächerlich, doch stellen wir sie, weil die Pharmafirmen, die von unseren Ängsten profitieren, und die Medien, die von unserer Neugier und Sensationslust leben, die natürlichen Zusammenhänge auf den Kopf stellen.

Wir Menschen leben in einem Makrokosmos zusammen mit einer Vielzahl von Lebensformen. Täglich kommen wir mit Hunderten von Erregern in Kontakt. Sie befinden sich auf unseren Händen, in unserer Kleidung, im Hausstaub, im Fell unserer Haustiere, auf Obst und Gemüse, im Leitungswasser und auf Geld. Wir tragen sie mit uns herum, wir atmen sie ein, wir schlucken sie, sie umgeben uns ständig. Verglichen mit der Anzahl möglicher Infektionen, die wir uns zuziehen könnten, ist die tatsächliche Erkrankungsrate jedoch verschwindend gering.

Auf die Existenz und Hilfe bestimmter Mikroorganismen sind wir geradezu angewiesen. Bakterien in unserer Darmflora helfen uns, Proteine zu zerlegen, bestimmte Vitamine aus der Nahrung aufzunehmen und die Resorption anderer essentieller Nährstoffe zu ermöglichen.

Ebenso brauchen wir Pilzstämme in unserem Darm, um die Ausbreitung von Bakterien zu verhindern. Der Candida-Pilz konkurriert mit den Bakterien in unserem Verdauungstrakt um Nährstoffe und hält sie so in Schach. Dieses natürliche Zusammenspiel dient allen Beteiligten, keiner der beiden Organismen wird übermächtig.

Was wir damit sagen wollen, ist folgendes: Kein Organismus, weder Bakterien noch Viren, legt es darauf an, einen anderen zu verletzen. Vielmehr versucht jedes Lebewesen in diesem Makrokosmos für sich die besten Lebensumstände zu schaffen – wodurch andere manchmal zu Schaden kommen.

Der Unterschied zwischen der »Angreifertheorie« und der Makrokosmos-Anschauung erscheint marginal, aber er ist – ganz im Gegenteil – gravierend. Durch die eine Sicht wird uns vermittelt, dass Erreger unser Leben bedrohen, uns töten, ganz gleich, wie gesund wir sind – das macht uns zu hilflosen Opfern. Die andere zeigt uns, dass die Gefahr nicht von außen kommt, sondern in uns liegt, in einem geschwächten oder schwachen Immunsystem. Und dagegen können wir etwas tun.

Organismen und Fremdstoffe, die schaden können

Es gibt eine Vielzahl von Organismen, Substanzen und Fremdstoffen, die uns schaden können. Wir stellen sie im folgenden kurz vor, damit Sie sie besser kennenlernen.

Bakterien

Diese potentiellen Erreger sind vollständige Lebewesen, die aus einer oder mehreren Zellen bestehen. Sie brauchen keinen Wirt zum Überleben, allerdings genießen sie den Aufenthalt im menschlichen Blut, weil es reich an Sauerstoff und Glukose ist. Bakterien funktionieren wie alle anderen Zellen, sie stellen durch ihre Gene definierte Produkte her. Diese Eigenschaft haben sich Wissenschaftler zunutze gemacht: Sie lassen Bakterien für den Menschen arbeiten, indem sie deren genetische Informationen ändern. So gelingt es, Insulin und ein Wachstumshormon für Kinder in extrem reiner Form herzustellen.

Bakterien können aber auch schaden, weil sie während ihrer Vermehrung Giftstoffe (Toxine) ausscheiden, die wir nicht vertragen. Einige dieser Gifte lähmen unsere Nerven, andere lösen Entzündungen aus oder blockieren die Wasseraufnahme von Zellen des Verdauungstrakts. Manchmal genügt auch schon die bloße Existenz von Bakterien in einem Gewebe, um die Funktion des betroffenen Organs einzuschränken.

Die bekanntesten Vertreter stammen aus der Familie der Staphylokokken und der Streptokokken. Coccus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Kette; diese Bakterien bestehen aus einer Reihe runder Zellen.

Manche Bakterienstämme sind so weit entwickelt, dass sie ihre genetische Information ändern, sobald sie mit synthetischen Antibiotika angegriffen werden. So kommt es bei manchen Krankheiten nach einer Ruhephase zu einem erneuten Aufflammen der Symptome, da die Bakterien nicht restlos abgetötet wurden. Schon deshalb ist es sinnvoll, auf natürliche Antibiotika zurückzugreifen. Diese sind zu komplex, als dass Bakterien gegen sie unempfindlich werden könnten.

Krankheiten, die durch Bakterien ausgelöst werden: unter anderem Tetanus, Hirnhautentzündung, Gonorrhoe, Cholera, Lungenentzündung, Meningitis.

Viren

Virus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt »Ein die Seele beeinträchtigendes Gift«. Diese einfachen Organismen benötigen einen Wirt, zum Beispiel eine menschliche Zelle, um zu wachsen und sich fortzupflanzen. Sie sind sehr viel kleiner als Bakterien, nur 17 bis 300 Nanometer groß. Ein rotes Blutkörperchen könnte mindestens 1.000 von ihnen beherbergen.

Genau genommen bestehen Viren lediglich aus genetischer Information, die der einer menschlichen Zelle sehr ähnelt. Daher ist es ihnen möglich, sich einzuschleichen und eine Zelle zu befallen. Diese wird umprogrammiert, so dass sie fortan weitere Viren herstellt. Sobald diese Zelle vollständig mit Viren gefüllt ist, platzt sie, die Nachbarzellen werden ebenso verändert und der Vorgang wiederholt sich.

Viren können eine Zelle aber auch derartig umprogrammieren, dass sie nicht abstirbt, sondern »nur« geschädigt wird. Auf diese Weise könnte zum Beispiel eine Krebszelle entstehen.

Für das Immunsystem gibt es zwei Möglichkeiten, sich zu wehren. Entweder es vernichtet das Virus, solange es in der Blutbahn schwimmt und sich noch nicht in eine Zelle eingenistet hat, oder es bekämpft die von ihm befallenen – körpereigenen! – Zellen. Bei Hepatitis (Leberentzündung) oder anderen gravierenden Viruserkrankungen entsteht ein Wettlauf mit der Zeit, bevor lebenswichtige Funktionen und letztlich das angegriffene Organ ausfallen.

Viren können sich mit einer Hülle aus Eiweiß und Fett umgeben und so außerhalb des menschlichen Körpers überleben. Bestimmten Arten ist es sogar möglich, in Bakterien einzudringen und dann im Tarnmantel die menschliche Blutbahn zu durchwandern.

Krankheiten, die von Viren ausgelöst werden: unter anderem Schnupfen, Hepatitis B und C, AIDS, Grippe.

Pilze

Pilze sind um ein vielfaches komplexere Organismen als Bakterien und Viren. Sie bestehen aus vielen Zellen mit verzweigter, manchmal baumähnlicher Struktur. Der bekannteste ist der Candida-Pilz, der in unserem Verdauungstrakt wächst. Im Regelfall wird er von Verdauungsbakterien in Schach gehalten. Da Antibiotika jedoch nicht zwischen »guten« und »schlechten« Bakterien unterscheiden, töten sie alle. Das empfindliche Gleichgewicht wird gestört, und Candida kann sich ausbreiten.

Krankheiten, die durch Pilze ausgelöst werden: unter anderem Fußpilz, Candida albicans, Soor, oberflächliche Hautpilze.

Parasiten

Das Überleben der Parasiten hängt von einem Wirt ab. Während Bakterien, Viren und Pilze meist nicht von einer Lebensform auf andere übertragen werden können, leben diese sehr viel größeren und komplexeren Organismen in verschiedenen Milieus: im Boden, im Wasser, auf oder in tierischem oder menschlichem Gewebe. Man schreibt den Parasiten weltweit die meisten Todesfälle zu, trotz der Anzahl aller bekannten Bakterien und Viren. Allein mit der Malaria sind etwa 200 Millionen Menschen infiziert, und man schätzt, dass etwa 25 Prozent der Weltbevölkerung den Spulwurm Ascaris in sich trägt.

Chemische Substanzen

Schwermetalle, zum Beispiel Blei in alten Wasserleitungen, in Keramikgeschirr und Kristallgläsern, aber auch Kadmium in Lacken und Farben oder Quecksilber in Fischen, Fleisch und Amalgamfüllungen gelangen in unseren Körper. Weiterhin werden wir täglich mit chemischen Substanzen wie Formaldehyd in Kosmetika und Tinte, Weichmachern in Frischhaltefolien und Plastikverpackungen sowie Nikotin, Teer oder Pestiziden konfrontiert. Sie binden sich an Nervenzellen, lagern sich an Synapsen (Schaltstellen der Nerven) ab und nisten sich in Muskeln und Gewebe ein. Allein ihre bloße Anwesenheit stört die Funktion der belagerten Organe. So wird zum Beispiel die Alzheimer-Krankheit mit Aluminiumablagerungen in Verbindung gebracht. Sie vernichten aber auch Zellen oder verändern deren genetische Information, was zu Fehlfunktionen und Missbildungen führt.

Allergene

Ob Pollen, Hausstaub, Tierhaare, Walnüsse, Erdbeeren, Pfeffer oder Kaffee – alles kann Allergien auslösen. Jede Substanz kann sich zu einem Allergen entwickeln, abhängig davon, ob das Immunsystem eines Individuums darauf anspricht.

Im besten Fall wird es den Eindringling erkennen und ihn über Lunge, Darm oder Haut wieder ausscheiden. Im schlimmsten Fall stuft es das Allergen als gefährlichen Erreger ein und reagiert mit einer immunologischen Überreaktion: Folgen wie Schleimhautschwellung, Fieber, Atemnot, Herzflattern bis hin zu Schock und Tod können sich einstellen. Das Auftreten einer Allergie wird also letztlich dadurch bestimmt, wie das Immunsystem unterschiedliche Substanzen einschätzen kann, mit denen es in Kontakt kommt.

Eindringlinge

Alles, was unsere Haut durchdringt, wie zum Beispiel Dornen oder Splitter, ist ungefährlich, so lange keine Erreger in den Körper eingeschleust werden oder lebenswichtige Organe, wie etwa die Lunge oder die Milz, punktiert werden. Im Normalfall wird das Immunsystem aktiviert und die offene Körperstelle schließt sich schnell wieder.

Zellveränderungen

Jede Zelle ist auf ihre eigene Reproduktion programmiert. Innerhalb dieses Vorgangs kann es durch Viren oder Gifte, zum Beispiel Nikotin, Alkohol oder Ozon, zu Fehlschaltungen kommen. Das Gen p-53 hat die Aufgabe, ungesunde Abläufe im Körper festzustellen. Gemeinsam mit dem Immunsystem ist es dann gefordert, fremde oder mutierte Zellen zu erkennen und zu vernichten, bevor diese Schaden anrichten. Leider geben sie sich nicht immer leicht zu erkennen, was zum Teil katastrophale Auswirkungen in Form von Zellwucherung (Krebs), Vernarbung oder Verhärtung von Geweben zur Folge hat.

Gefühle und Gedanken

Forscher werden immer wieder von den Vorgängen im menschlichen Körper überrascht. So konnte Dr. Margret Kemeny von der Universität Los Angeles in Kalifornien nachweisen, dass Trauer genauso wie Freude innerhalb von 20 Minuten die Anzahl der Killerzellen im Blut signifikant erhöht und diese zudem effektiver funktionieren.

Dr. David Felten, Professor für Neurobiologie und Anatomie an der Universität von Rochester, entdeckte als erster, dass auch das Immunsystem mit dem zentralen Nervensystem über Nervenstränge verbunden ist. Auf die Frage, was diese Erkenntnis für Ärzte bedeutet, antwortete er, dass es nötig sei, den Gefühlen und Wahrnehmungen der Patienten größere Aufmerksamkeit zu schenken und ihre Ansichten über Gesundheit und Krankheit sowie über den Status ihrer eigenen Erkrankung zu berücksichtigen.

Aufbau des Immunsystems

Um gefährliche Eindringlinge zu bekämpfen beziehungsweise Störungen durch ihre Existenz in unserem Körper zu vermeiden, hat der menschliche Organismus in Jahrtausenden ein beachtliches Abwehrsystem aufgebaut. Es besteht aus einer Vielzahl von Zellen und Funktionen.

Die erste Aufgabe liegt darin zu erkennen, welche Zellen abgewehrt werden müssen. Das ist sehr schwierig, weil gesunde körpereigene Zellen nicht angegriffen werden dürfen, aber entartete körpereigene Zellen, die sich zum Beispiel bei Krebs entwickeln, schon. Die nützlichen Bakterien, wie sie im Verdauungstrakt vorkommen, müssen von den schädlichen, die zum Beispiel Tetanus verursachen, unterschieden werden. Der Angreifer muss dann ausgeschaltet werden, ohne dass eine Überreaktion entsteht und eigenes, gesundes Zellgewebe zerstört wird. Darüber hinaus sollte das Immunsystem Informationen über neue Erreger speichern, um beim nächsten Kontakt schneller und spezifischer auf ihn reagieren zu können.

Im Folgenden wollen wir einen Blick auf die Zellen und Organsysteme werfen, die bei der Abwehr eine Rolle spielen. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten, das zelluläre (T-Zellen) und das humorale (B-Zellen) Abwehrsystem.

Thymusdrüse

Die Thymusdrüse wird als die »Seele« des Immunsystems bezeichnet, weil sie die T-Lymphozyten (T für Thymus), auch schlicht T-Zellen genannt, programmiert. In ihr sind genetische Informationen über Hunderttausende von Erregern und Körperzellen gespeichert. Bereits im Embryonalstadium lockt sie Stammzellen, vornehmlich aus der Leber des Fetus, zu sich und übermittelt ihnen alle notwendigen Informationen. Jede Zelle wird so ausgestattet, dass sie nur ein einziges fremdes Element erkennt.

Da die Thymusdrüse nur in den ersten Lebensjahren aktiv ist und ihre Produktion dann drastisch reduziert, müssen wir mit dem Vorrat der von ihr programmierten Zellen bis an unser Lebensende auskommen. Das könnte erklären, warum Menschen im Alter infektanfälliger sind und öfter an Krebs erkranken.

T-Zellen

Die T-Zellen haben sich vor allem auf die Abwehr von Pilzen, Viren, Tuberkel- und Lepraerregern spezialisiert und sind an der Erkennung und Vernichtung von Tumorzellen beteiligt. An der reibungslosen Bekämpfung von Erregern beteiligen sich folgende Zellgruppen:

Inducerzellen

Sie werden Helferzellen genannt. Wenn der Körper in Gefahr ist, geben sie Alarm. Über den Botenstoff Interleukin rufen sie andere Abwehrzellen zum Einsatzort, zum Beispiel die Makrophagen.

Makrophagen

Dieser Name stammt aus dem Griechischen: makros bedeutet groß und phagein fressen. Werden Makrophagen von T-Zellen aktiviert, schlucken sie den Erreger buchstäblich oder schädigen ihn durch Absonderung von Enzymen.

Killerzellen

Sie sind eine weitere Art von Abwehrzellen, die Eindringlinge töten können. Sie heften sich an die schädlichen Zellen, die vorher von Lymphozyten markiert wurden, und töten sie mit einem der über 100 Giftstoffe ihres Repertoires. Sie kommen vor allem bei der Krebsabwehr zum Einsatz.

Suppressorzellen

Hierbei handelt es sich um sogenannte Immunregulatoren. Sie kontrollieren den Ablauf und das Ausmaß des Angriffs und vermeiden, dass unnötige Gewebeschäden entstehen.

Nur etwa ein Prozent der T-Zellen zirkulieren in unserem Blut, während der Hauptanteil sich vornehmlich in den Lymphbahnen befindet. Diese verlaufen entlang der Blutgefäße. Die Lymphflüssigkeit schwemmt Erreger in die Lymphknoten, die im Rachen, an den Ellenbogen, an der Leiste, in den Achseln und der Milz zu finden sind, wo sie von Lymphozyten ausgeschaltet werden. T-Zellen sind also nicht besonders flexibel, daher wird zusätzlich die folgende Gruppe von Abwehrzellen benötigt.

B-Zellen

B-Zellen verfügen über eine halbe Million Rezeptoren für ein bestimmtes Antigen, die sich an ihrer äußeren Membran befinden. Während ein Teil der Stammzellen des Fetus in die Thymusdrüse gelockt wird, wandern andere Zellen in das Rückenmark und werden dort zu B-Zellen ausgebildet. Im Gegensatz zu den T-Zellen haben sie nur eine kurze Lebensdauer und werden daher in Massen produziert.

B-Zellen halten sich vornehmlich in den Lymphknoten auf. Sie senden aber eine Reihe von Immunglobulinen aus, um den Organismus vor Fremdzellen zu schützen. Diese greifen jedoch erst an, wenn sie von den T-Zellen die Aufforderung dazu erhalten. In ihrer Höchstphase produzieren B-Zellen bis zu 2.000 Antikörpermoleküle pro Sekunde! In diesem Stadium nennt man sie Plasmazellen.

Man unterscheidet fünf Arten von Immunglobulinen

Das Immunglobulin M (IgM) reist im Fünferpack durch unsere Gefäße. Es ist nicht besonders wirksam, da es zu groß ist, um in Gewebe einzudringen.

Die Wirkung von Immunglobulin D (IgD) ist noch nicht gänzlich erforscht. Man vermutet, dass es zwischen B- und T-Zellen vermittelt.

Das Immunglobulin E (IgE) gibt eine histaminähnliche Substanz ab, die die Gefäße weitet, um Antikörpern den Übergang ins Gewebe zu ermöglichen. Außerdem erhalten die Plasmazellen von ihr den Befehl, wann sie die Produktion auf andere Antikörper umzustellen haben.

Die Immunglobuline G (IgG) sind unsere wichtigsten Antikörper: IgGl wehren alle Bakterien ab, außer jene, die von einer Zuckerschicht umgeben sind. Dies wird von IgG2 übernommen. IgG3 wehrt im Blut kreisende Viren ab, bevor sie Gelegenheit haben, Zellen zu infiltrieren. IgG4 wirkt ähnlich wie IgE, vor allem im Bereich der unteren Atemwege.

Schließlich gibt es noch das Immunglobulin A (IgA). Es verhindert, dass Erreger in unsere Schleimhäute eindringen. Es heftet sich an das Antigen und macht es bewegungsunfähig, bis es mit dem Schleim ausgeschieden wird.

NK-Zellen

Die natürlichen Killerzellen (NK) arbeiten eigenständig, also ohne Hilfe von anderen Abwehrzellen. Diese relativ großen Lymphozyten enthalten eine ganze Reihe von sauren Abwehrstoffen, um vor allem Viren und Tumorzellen unschädlich zu machen. Ihre Funktion ist eng an die Produktion und die Wirkung von Interferon gebunden. Man vermutet, dass ihre Leistungsfähigkeit von psychologischen Faktoren, insbesondere von Stress, abhängig ist.

Memory-Zellen

Die Aufgabe der Memory-Zellen ist es, Erreger wiederzuerkennen und die entsprechenden Zellen zu informieren, so dass eine spezifische Abwehr organisiert werden kann. Auf diesem Prinzip basiert die Impfung.

Ihre Gedächtnisfunktion bestimmt also unsere sogenannte Immunität, das heißt die Unempfindlichkeit gegenüber Mikroorganismen, mit denen sich das Immunsystem einmal auseinandergesetzt hat.

Die empfindliche Balance: Was das Immunsystem schwächt und stärkt

Wie Sie gelesen haben, ist das Immunsystem hochkomplex. Mehr als 20 Zellgruppen arbeiten für unsere Gesundheit. Sie müssen aufeinander abgestimmt funktionieren, Befehle empfangen und weitergeben, in der richtigen Reihenfolge reagieren usw.

Trotz vieler Puffer und Sicherheitsmaßnahmen kommt es immer wieder zu „Fehlreaktionen“ oder, besser gesagt, nicht immer entspricht das Ergebnis solcher Abwehrvorgänge unserem Wunsch nach lebenslanger Gesundheit. Wir sind jedoch nicht völlig hilflos, denn die Wissenschaft hat in den letzten Jahren Erstaunliches geleistet und eine Vielzahl der Einflüsse auf das Immunsystem erforscht.

Wir greifen hier einige Faktoren auf und erklären, wie und warum sie auf unser Abwehrsystem einwirken. Verstehen Sie dieses Kapitel nicht als Empfehlung, Ihr ganzes Leben auf den Kopf zu stellen, denn das absolut gesunde Umfeld und die perfekte Lebenseinstellung sind in unserer Zeit und unserer Gesellschaft überhaupt nicht mehr zu erlangen. Wir wollen also keineswegs dazu aufrufen, sich in einer keimfreien Sauerstoffkapsel einzuschließen und auf das Ende aller Tage zu warten. Ganz im Gegenteil: Letztlich ist das Immunsystem ja dazu da, Reize zu verarbeiten, dadurch wird es sogar angespornt. Wir wollen lediglich Ihre Sinne schärfen und womöglich den einen oder anderen darin bestätigen, eine Veränderung in Angriff zu nehmen, die schon lange ansteht.

Umwelt

Die Umweltfaktoren, die auf uns einwirken, werden ständig massiver. Immer aggressivere Erreger wie zum Beispiel Ebola, BSE und HIV schwächen unser Immunsystem nachhaltig, Ozon, Smog, UV-Strahlung und Lärm treten häufiger und stärker auf. Unsere Sinne und unsere Haut werden genauso wie Luft und Nahrungsmittel stetig mehr belastet, und der Organismus muss damit zurechtkommen …

Und hier können Sie das Buch bestellen: Das Immunystem stärken