Folgen von Überlebensstrategien

Bin ich mein Trauma, meine Liebe, Regen oder Sonnenschein?

Ein bisschen weniger fühlen, den Körper nicht ganz so doll spüren, vielleicht nicht so viel Lust beim Sex erfahren, das alles könnte man in Kauf nehmen, wenn nicht noch anderes unter der Selbstunterdrückung Schaden nehmen würde, nämlich die eigene Identität: Wer bin ich? 

Wer bin ich, wenn ich meine Strategien aufgebe? Wer bin ich hinter all dem, mit dem ich mich identifiziere? Wer bin ich, wenn ich die Erwartungen der anderen nicht erfülle? Wenn ich meinen internalisierten Ansprüchen nicht folge? Wer wäre ich, wenn mein Nervensystem nicht chronisch überlastet wäre? Wenn ich einfach so entspannen könnte? Und wie sähe mein Leben aus, wenn ich mich anderen ganz selbstverständlich verbunden fühlte, anstatt um ihre Zuneigung zu kämpfen? Kann ich mich überhaupt anderen zugehörig fühlen? Nähe zulassen? Oder gibt es etwas in mir, das diesen Kontakt gar nicht erlaubt? Halte ich dieses und weitere elementare Bedürfnisse zurück? Erlaube ich mir meine Kreativität, meine Lebenslust, meine Freude zu leben? 

Wer bin ich?
Wer nicht weiß, wer er eigentlich ist, weiß in der Regel auch nicht, was er will und wohin er will. Welcher Beruf erfüllt mich? Ist mein Partner/meine Partnerin die richtige für mich? Wo und wie will ich leben? Was sind meine Werte?

Daran schließt sich für manche die Frage nach dem Lebenssinn an: Warum bin ich überhaupt auf der Welt? Was will ich mit meinem Leben anfangen?

Was will ich?
Dient mein Wille wirklich mir? Wie kann ich das feststellen, wenn ich nicht weiß, wer ich bin? Ohne eindeutigen Ich-Bezug ist auch unklar, was eigentlich meine Gefühle sind. Deshalb leiden Menschen oft unter dem Phänomen, Gefühle zu fühlen, die sie nicht als zu sich selbst zugehörig erachten. Sie leben in den Gefühlen ihrer Eltern oder Vorfahren – was in Familienaufstellungen sichtbar wird. Oder auch in den Gefühlen von Partnern und Kollegen. Manche Menschen können nicht mal in die Öffentlichkeit gehen, weil sie sich von den Gefühlen anderer Menschen regelrecht überflutet fühlen.

Das können Sie ändern!
Zum Glück wird durch die (Hirn-)Forschung immer klarer, wie die Psyche funktioniert und was sie braucht, um sich von solchen Überbeanspruchungen zu erholen. Inzwischen wissen wir, wie wir unsere Wahrnehmung zurückerobern können, ein gesundes Ich-Gefühl und einen eigenen Willen entwickeln und nach und nach eine stabile eigenen Identität aufbauen können. Denn das Gehirn bleibt bis an unser Lebensende lernfähig.

Auch Ihres!