Wie stehe ich in Beziehung zu …?

So werden Sie wieder eins mit sich

Viele Menschen denken bei „Aufstellungen“ an das Familienstellen von Bert Hellinger. Dabei sind Aufstellungen nur eine Methode. Diese kann man auf sehr unterschiedliche Art und Weise nutzen. Man kann Dynamiken in Gruppen sichtbar machen, ganz unabhängig davon, ob es sich dabei um eine Familie, einen Verein oder ein großes Aktienunternehmen handelt. Und man kann sie nutzen, um innere Dynamiken zu erforschen. In welcher Beziehung stehe ich zu bestimmten Anteilen von mir selbst? In welcher Beziehung stehe ich zu Liebe, zu Geld, zu meiner Sexualität, meinem Körper, meiner Identität?

Egal, was man aufstellt, Aufstellungen zeigen immer etwas. Nur was? Das Ergebnis ist weniger vom Ablauf der Aufstellung abhängig als vielmehr von der Theorie, auf deren Basis sie genutzt wird – und von den Menschen, die die sichtbar gewordenen Dynamiken interpretieren. 

So glauben manche Aufsteller durch Umstellung der Stellvertreter Ordnung in Familie oder Unternehmen bringen zu können, während andere sich auf die Suche nach der traumatischen Erfahrung machen, die dem aktuellen Problem zugrundeliegen.

Ich setze Stellvertreter dahingehend ein, dass der Aufstellende mit der/dem in Kontakt kommt, die/der sie wirklich ist – also mit der Essenz, seinem wahren Selbst, dem eigenen Kern – oder wie auch immer man das nennen mag. Es gibt etwas, das hinter unseren Problemen und Strategien verborgen liegt, etwas, das tatsächlich uns ausmacht. Gelangen wir dorthin, kommen wir mit unseren eigentlichen Ressourcen in Kontakt. Wer von dort aus, aus diesem Raum jenseits der Strategien das eigene Leben betrachtet, entdeckt die eigene Selbstwirksamkeit. Das Nervensystem kann sich entspannen. Unfertige Reflexe, zurückgehaltene Kampf- oder Fluchtimpulse können sich vervollständigen. Und der Aufstellende kann sich aus schädlichen Identifikation lösen.

Meine »Essenz-Aufstellungen« ermöglichen einen Bewusstwerdungsprozess. Damit sich der Aufstellende bewusst werden kann, spiegle ich ihm die autonomen Reaktionen seines Organismus. Dazu gehören Mikrobewegungugen in seiner Haltung und seinem Gesicht, Veränderungen seines Atemmusters, Verschiebungen in der Dynamik der Aufstellung. Indem ich den Raum dafür öffne und halte, dass er mit seinem Erleben in Kontakt kommt und es benennt, öffnet sich das Tor zu Transformation der Selbstwahrnehmung.